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Revue de Synthèse

0035-1776
 

 ARTICLE VOL 126/2 - 2005  - pp.331-351  - doi:10.1007/BF02965677
TITLE
Philosophy as a cultural resource and medium of reflection for Hermann Weyl

RÉSUMÉ

In einem Vortrag in den späten 1940er Jahren diskutierte Hermann Weyl die dialektische Epistemologie Ferdinand Gonseths als eine Auffassung, die primär auf die Aspekte historischen Wandels von Wissenssystemen ausgerichtet sei. Seine eigenen, mittlerweile schon etwa 30 Jahre zurück liegenden Erfahrungen mit der nach-kantischen dialektischen Philosophie entsprangen einer Lektüre von Johann Gottlieb Fichtes Wissenschaftslehre, insbesondere der fichteschen Ableitung der Begriffe von Raum und Materie. Diese Studien bildeten damals einen Hintergrund für Weyls Forschungen zur «reinen Infinitesimalgeometrie» und die von ihm im Jahre 1918 vorgeschlagene erste geometrische einheitliche Feldtheorie der Materie (in Radikalisierung und Ausbau eines von David Hilbert und Gustav Mie gestarteten Programms). Weyl distanzierte sich in den 1940er Jahren von den allzu spekulativen Zügen seiner Jugendphilosophie, insbesondere von seinem damaligen Fichte-Enthusiasmus, der einen zeithistorischen Hintergrund in der Krisenerfahrung des ausgehenden (ersten) Weltkrieges und der Gründungswirren der Weimarer Republik hatte. Drei Jahrzehnte später hatte er jedoch erneut tiefe Zweifel an den kulturellen Grundlagen der modernen mathematischen Naturwissenschaften und ihrer praktischen Rolle in der Hochmoderne. Weyl sah tiefe Risse in lebensweltlicher Erfahrung und Wissenstrukturen der Naturwissenschaften seiner Zeit, die seiner Auffassung nach zu dialektischem Nach-Denken herausforderte. Er selbst bezeichnete das ganz klassisch als «Besinnung». Bezugspunkte dieser kulturell notwendigen Besinnung stellten für Weyl nun die Philosophien Karl Jaspers und Martin Heideggers dar. In deren Existenzialphilosophie hoffte er tieferen Grund zu finden, ähnlich wie er in der Krisenerfahrung nach dem ersten Weltkrieg bei Fichte «Rat» gesucht (und zu finden geglaubt) hatte. Weyls Diskussionsbeiträge der späten 1940er Jahre verdienen es, gewissermaßen als Nachtrag zu seinen weithin bekannten Ausführungen zur Philosophie der Mathematik und der Naturwissenschaften der 1920er Jahre, breiter zur Kenntnis genommen zu werden.



ABSTRACT

In a talk given at Zurich in the late 1940s, Hermann Weyl discussed Ferdinand Gonseth’s dialectical epistemology and considered it as being restricted too strictly to aspects of historical change. His experiences with post-Kantian dialectical philosophy, in particular Johann Gottlieb Fichte’s derivation of the concept of space and matter, had been a stronger dialectical background for his own 1918 studies in purely infinitesimal geometry and the early geometrically unified field theory of matter (extending the Mie-Hilbert program). Although now Weyl distantiated himself from the speculative features of his youthful philosophizing and in particular from his earlier enthusiasm for Fichte, he again had deep doubts as to the cultural foundations of modern mathematical sciences and its role in material culture of high modernity. For Weyl, philosophical «reflection» was a cultural necessity he now turned towards Karl Jaspers’ and Martin Heidegger’s existentialism to find deeper grounds, similar to his turn towards Fichte’s philosophy after World War I. The discussion in the late 1940s can be read as a kind of post-World-War-II «Nachtrag» to Weyl’s more widely known philosophical comments on mathematics and the natural sciences published in the middle of the 1920s.



AUTEUR(S)
Erhard SCHOLZ

MOTS-CLÉS
Weyl, Gonseth, Fichte, Heidegger, Raumbegriff

KEYWORDS
Weyl, Gonseth, Fichte, Heidegger, concept of space

LANGUE DE L'ARTICLE
Anglais

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